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Ausgabe 01/2017
Bilanz

Energie 2016      

Der Energieverbrauch in Deutschland hat 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 1,1 Prozent zugenommen. Dies ergaben vorläufige Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen. Ursachen waren unter anderen die gute Wirtschaftsentwicklung, die Bevölkerungszunahme um 0,8 Millionen Menschen und die kühlere Witterung mit höherem Heizenergiebedarf.


Der deutsche Verbrauch an Primärenergie 2016 (Daten: AGEB, Grafik: Reinald Fenke)

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Mit Ausnahme erneuerbarer Energien, Mineralöl und Erdgas nahm der Beitrag aller übrigen Energieträger ab. Der wichtigste Energieträger blieb das Mineralöl mit einem Anteil von 34 Prozent am Primärenergie­verbrauch, gefolgt von Erdgas. An dritter Stelle rangierten die Erneuerbaren mit einem Anteil von knapp 13 Prozent – vor Stein- und Braunkohle sowie Kernenergie.

Anders als der Primärenergieverbrauch blieb der Stromverbrauch 2016 weitgehend konstant. Verschiebungen gab es bei der Stromerzeugung: Während der Erdgas-Anteil stark zunahm, gingen Kernenergie, Braun- und Steinkohle zurück. Die Erneuerbaren Energien erreichten insgesamt ein leichtes Plus von 0,5 Prozent und behielten mit einem Anteil von 29 Prozent an der Stromerzeugung ihre Spitzenposition vor Braunkohle, Steinkohle, Kernenergie und Erdgas.

Wind- und Solarenergie allerdings mussten wegen ungünstiger Wetterverhältnisse leichte Ertragsrückgänge verbuchen, obwohl an Land Windräder einer Leistung von gut vier Gigawatt sowie 1,4 Gigawatt Photovoltaik-Anlagen hinzukamen. Dagegen erzeugten Windanlagen auf See, wo 0,8 Gigawatt neu ans Netz gingen, deutlich mehr Strom als 2015.

Der Wind liefert nach wie vor die größte Strommenge unter den Erneuerbaren. Bei einer installierten Leistung von jetzt nahezu 50 Gigawatt deckten Windräder fast 12 Prozent der Stromerzeugung. Biomasse brachte es auf einen Anteil von acht Prozent. Photovoltaik­anlagen, von denen mittlerweile rund 41 Gigawatt installiert sind, trugen sechs Prozent bei. Es folgte Wasserkraft mit drei Prozent. Die Förderung durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz erreichte 22,9 Milliarden Euro.

Dem angestrebten Klimaschutzziel, die Kohlendioxid-Produktion bis 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 zu senken, kam man im vergangenen Jahr vermutlich nicht näher. Die energiebezogenen Emissionen könnten sogar leicht gestiegen sein, schätzt die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen. Angesichts des bislang Erreichten müsste in den verbleibenden vier Jahren eine Minderung um knapp 17 Prozent gelingen. Das hat in der Vergangenheit 15 Jahre gedauert.  

bal