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Ausgabe 04/2007
Thermogeneratoren

Strom aus Körperwärme

Mit dem Handy telefonieren, ganz ohne Akku, nur durch die Wärme der Hand? Das wäre schön, wird aber so schnell nicht möglich werden. Spezielle Halbleiter-Elemente, so genannte thermoelektrische Generatoren, die elektrische Energie aus der Temperaturdifferenz zwischen heiß und kalt gewinnen, können zwar auch die natürliche Körperwärme als Energiequelle nutzen. Weil aber die Außentemperatur des Körpers und die Umgebungstemperatur nur wenige Grad auseinander liegen, ist auch die erzeugbare Spannung recht klein – rund 200 Millivolt. Um elektronische Geräte zu betreiben, sind normalerweise jedoch mindestens ein bis zwei Volt nötig.


Thermogeneratoren wandeln Körperwärme in Strom um (Foto: Fraunhofer IIS)

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Forscher der Fraunhofer-Gesellschaft haben nun Schaltungen entwickelt, die mit 200 Millivolt auskommen: „So konnten wir ganze elektronische Systeme bauen, die keine Batterie benötigen, sondern allein durch Körperwärme ihre Energie gewinnen“, erklärt Peter Spies vom Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS. Er glaubt, dass mit weiter verbesserten Schaltsystemen und Thermogeneratoren in Zukunft selbst ein halbes Grad Temperaturunterschied zur Stromerzeugung ausreichen wird. Dazu bemüht man sich in den Fraunhofer-Instituten für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM und für Physikalische Messtechnik IPM auch um verbesserte Materialien für die Thermogeneratoren bzw. um die Optimierung der Generatoren selbst. Anwendungsmöglichkeiten bieten sich überall dort, wo es Temperaturdifferenzen gibt, sei es am Körper, an Heizungen zum Kalkulieren der Heizkosten, zur Überwachung der Kühlkette beim Transport gekühlter Güter oder in Klimaanlagen.

bal