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Ausgabe 01/2020
Photovoltaik

Schwimmende Solarkraftwerke       

Auf dem Baggersee Maiwald in Renchen am Oberrhein ist seit letztem Sommer die mit rund 750 Kilowatt Nennleistung deutschlandweit größte schwimmende Photovoltaik-Anlage in Betrieb. Das zugehörige Kieswerk erzeugt so einen Teil seines Strombedarfs selbst. Weil die Kiesgrube in Betrieb ist, gibt es keine Konflikte mit Freizeitaktivitäten.


Solarpark Sekdoorn bei Zwolle in den Niederlanden
(Foto: BayWa r.e.)

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Natürliche Seen kommen für schwimmende Photovoltaik-Kraftwerke nicht in Frage, jedoch viele künstliche Gewässer. Wie groß das wirtschaftlich nutzbare Potential ist, hat das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme jetzt für die deutschen Braunkohle-Tagebauseen abgeschätzt. Konkurrierende Nutzungsmöglichkeiten oder Naturschutzforderungen berücksichtigt, kommen die Wissenschaftler auf mögliche drei Gigawatt installierbarer Leistung. Andere künstliche Gewässertypen hat die Studie nicht berücksichtigt; die Möglichkeiten sind daher insgesamt wohl größer.


Die größte schwimmende Photovoltaik-Anlage Deutschlands
(Foto: Ossola GmbH)

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Montiert werden die Module auf Schwimmkörpern, die am Ufer oder im Seegrund verankert sind. Weil das Wasser die Anlage kühlt, wird mehr Strom erzeugt – ein Vorteil gegenüber konventionellen Freiflächenanlagen. Trotzdem liegen die Investitionskosten etwas höher. Unter den gegenwärtigen Förderbedingungen kamen deshalb schwimmende Anlagen in deutschen Ausschreibungen bisher nicht zum Zug. Anders ist dies in den Niederlanden, wo die Förderung ausreichend ist. Dort haben kürzlich die Bauarbeiten für Europas größten schwimmenden Solarpark mit 27 Megawatt Nennleistung begonnen.

bal