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Ausgabe 01/2011
Energieverbrauch 2010

Bilanz und Ausblick

Fast fünf Prozent mehr Primärenergie als im Vorjahr wurde 2010 in Deutschland verbraucht, beinahe soviel wie vor dem konjunkturellen Einbruch. Das berichtet die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB). Besonders kräftig – um über 15 bzw. 10 Prozent – stieg der Beitrag von Steinkohle und Erneuerbaren Energien. Etwa zwei Drittel der gesamten Verbrauchszunahme entfielen auf kohlenstoffhaltige Energieträger, weshalb auch die energiebedingten Kohlendioxid-Emissionen zugenommen haben – um etwa vier Prozent, schätzt die AGEB.


Fossile Brennstoffe tragen den Löwenanteil der deutschen Stromerzeugung (Foto: RWE)

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Der Strom stammte 2010 wie in den Vorjahren überwiegend – zu vier Fünfteln – aus Kohle, Gas und Kernkraft. Der Beitrag der Erneuerbaren stieg von 16,5 auf 17 Prozent: Während der Windstrom – vor allem wegen ungünstigen Wetters – um gut fünf Prozent zurückging, machte die Photovoltaik einen gewaltigen Sprung: Ihr Anteil wuchs um mehr als 80 Prozent. Solarstromanlagen einer Leistung von mehr als 7.000 Megawatt wurden im vergangenen Jahr in Betrieb genommen, meldet das Bundesumweltministerium; insgesamt sind derzeit in Deutschland rund 17.000 Megawatt installiert.


Netto-Stromerzeugung 2010 in Deutschland (Grafik: BDEW)
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Entsprechend ist 2011 der von den Stromkunden abzuführende Förderbeitrag für Erneuerbare Energien gestiegen: pro verbrauchter Kilowattstunde um 1,5 auf 3,53 Cent, so die Berechnungen der hierfür zuständigen Übertragungsnetzbetreiber. Sollte dies zu hoch angesetzt sein, wie jetzt zum Beispiel das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung vermutet, wird der Überschuss mit der Umlage im kommenden Jahr verrechnet. Für 2011 prognostizieren die Netzbetreiber einen Gesamtbeitrag von rund 17 Milliarden Euro, davon allein acht Milliarden Euro für die Betreiber von Solaranlagen. Angesichts dieser rasanten Marktentwicklung hat der Bundestag kürzlich beschlossen, die garantierten Abnahmepreise für den boomenden Solarstrom vorzeitig zu senken. Die eigentlich erst nächstes Jahr für neue Anlagen fällige Absenkung der Vergütung soll schon ab Juli wirksam werden, und zwar abhängig vom Zubau um maximal 15 Prozent.


Installierte Kraftwerkskapazität und erzeugter Strom 2009 (Grafik: BDEW)

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2011 wird die Umlage zur Förderung Erneuerbarer Energien 14,2 Prozent des Strompreises für Haushaltskunden aus­ma­chen, schätzt der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft. Hinzu kommen noch weitere Abgaben: eine Umlage für Kraft-Wärme-Kopplung, Mehrwert- und Ökosteuer sowie Konzessionsabgaben an die Kommunen. Die Kosten für Stromerzeugung, -transport und -vertrieb machen gut die Hälfte der Stromrechnung aus.

bal