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Ausgabe 02/2015
Photovoltaik

Pilot-Projekt Ausschreibung      

Die gerade zu Ende gegangene Pilot-Ausschreibung für Solarparks ist ein erster Schritt, um die Förderung der erneuerbaren Energien zu reformieren. Der Fördersatz, den bislang das Erneuerbare-Energien-Gesetz festlegte, soll künftig im Wettbewerb ermittelt werden. Dazu hatte die Bundesnetzagentur Freiflächenanlagen von insgesamt 150 Megawatt ausgeschrieben, die auf versiegelten Flächen, Konversionsflächen oder den Randstreifen entlang von Autobahnen und Schienenwegen errichtet werden sollen.


25 Gebote für Solarparks erhielten den Zuschlag
(Foto: Panthermedia, Thomas Becker)

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Mit 170 eingegangenen Geboten und einem Gesamtvolumen von 715 Megawatt war die Ausschreibung mehrfach überzeichnet. Den Zuschlag erhielten 25 Gebote. Der niedrigste erfolgreiche Gebotswert lag bei 8,48, der höchste bei 9,43 Eurocent pro Kilowattstunde und damit deutlich unter dem in der Ausschreibung gesetzten Limit von 11,29 Eurocent pro Kilowattstunde – für die Bundesnetzagentur ein Zeichen für echten Wettbewerb.

Der durchschnittliche Gebotswert von 9,17 liegt allerdings auch oberhalb der derzeit nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz geltenden Förderhöhe von 9,02 Eurocent pro Kilowattstunde für direkt vermarkteten Solarstrom. Die Bundesnetzagentur erklärt dies mit der Degression der gesetzlichen Fördersätze. Die seien, so die Agentur in einem Hintergrundpapier, in den letzten zwei Jahren so stark abgesunken, „dass Freiflächenanlagen in vielen Fällen kaum noch wirtschaftlich betrieben werden können“.

Während die Bundesnetzagentur mit dem Verlauf der ersten Ausschreibungsrunde zufrieden ist, sind für den Bundesverband Erneuerbare Energien „noch viele Fragen offen“, sagt Geschäftsführer Hermann Falk: Es lasse sich zum Beispiel nicht absehen, wie sich das Ausschreibungsverfahren mittelfristig auf die Vielfalt der Anbieter auswirkt. Auch sei noch unklar, wie viele Projekte tatsächlich realisiert werden. Ob der politisch gewollte Wettbewerb dauerhaft erreicht werden könne, ließe sich aus der Pilotausschreibung nicht erkennen: „Die hohe Überzeichnung in der ersten Runde ist sicherlich darauf zurückzuführen, dass sich viele bereits vorentwickelte Projekte beworben haben.”

Die erfolgreichen Bieter müssen ihre Solaranlagen nun innerhalb der kommenden zwei Jahre ans Netz bringen. Erfolglose Bieter erhalten neue Chancen: Die zweite Ausschreibungsrunde für weitere 150 Megawatt hat bereits begonnen, in der dritten Runde bis zum 1. Dezember werden 200 Megawatt versteigert. Ende 2015 soll das Verfahren evaluiert werden.

imi