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Ausgabe 04/2011
Weltenergie-Ausblick

Die Tür schließt sich

Trotz der unsicheren Wirtschaftslage ist 2010 der weltweite Primär­energieverbrauch um fünf Prozent gestiegen und die Kohlendioxid-Emissionen erreichten einen neuen Höchststand – schlechte Aussichten für die vereinbarten Klimaschutzziele, meint die Internationale Energieagentur IEA. In ihrem jährlich erscheinenden „Weltenergieausblick“ entwickelt sie Prognosen zur Entwicklung des weltweiten Energiesystems und der daraus folgenden Klimatrends.


Die IEA-Prognose: Bis 2035 wird der weltweite Bedarf an Primärenergie um ein Drittel steigen (Grafik: OECD/IEA 2011)

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Die Dynamik der Energiemärkte wird zunehmend von Nicht-OECD-Ländern bestimmt, so die IEA: Vor allem hier werden in den nächsten 25 Jahren Bevölkerung, Wirtschaft und Energieverbrauch wachsen. Bleibt es bei den jüngsten politischen Rahmensetzungen, wird der Welt­energie­ver­brauch bis 2035 um ein Drittel zunehmen. Dabei wird China als dann größter Energieverbraucher fast 70 Prozent mehr Energie konsumieren als die USA – pro Kopf gerechnet jedoch immer noch nicht einmal halb so viel. Noch rascher steigt der Energiebedarf in Indien, Indonesien, Brasilien und im Nahen Osten.


Die Dynamik der Energiemärkte wird zunehmend von Nicht-OECD-Ländern bestimmt (Grafik: OECD/IEA 2011)
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Das internationale Klimaziel, den Anstieg der mittleren globalen Temperatur auf zwei Grad Celsius gegenüber vorindustriellem Stand zu begrenzen, wird so kaum mehr zu erreichen sein. Die Kohlendioxid-Konzentration in der Atmosphäre dürfte dazu 450 Promille nicht überschreiten. Vier Fünftel der bis 2035 zulässigen energiebedingten Kohlendioxid-Emissionen sind jedoch mit bestehenden Kraftwerken, Gebäuden und Fabriken bereits festgeschrieben, so die IEA. Ohne brachiale Maßnahmen wird die bis 2017 aufgebaute energieerzeugende und verbrauchende Infrastruktur bereits die Gesamtmenge des bis 2035 erlaubten Kohlendioxids freisetzen. Für zusätzliche Anlagen bliebe kein Spielraum mehr, sofern sie nicht völlig klimaneutral wären.

Zwar kann mit neuen Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz einiges erreicht werden, aber bei weitem nicht genug: Das Zeitalter der fossilen Brennstoffe ist noch lange nicht vorüber, prognostiziert die IEA. 2035 werden immer noch drei Viertel des weltweiten Primär­energie­verbrauchs durch fossile Brennstoffe gedeckt, durch Kernenergie 7 und durch Erneuerbare Energien 18 Prozent
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imi