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Ausgabe 04/2001
Fusion: Stellarator

Erstmals 100 Millionen Grad in einem Stellarator

Das japanische Fusionsexperiment "Large Helical Device" (LHD) hat als erste Anlage aus der Stellarator-Familie eine Plasmatemperatur von 100 Millionen Grad erreicht. LHD wird seit 1998 vom National Institute for Fusion Science (NIFS) in Toki-City bei Nagoya betrieben und ist - bis zum Arbeitsbeginn von Wendelstein 7-X in Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern) - der weltweit größte Stellarator. Vorteil dieses Bautyps: Stellaratoren sind für Dauerbetrieb geeignet. Dagegen können die heute weiter verbreiteten Anlagen vom Typ Tokamak ohne Zusatzmaßnahmen nur pulsweise arbeiten.

Computergrafik von LHD Foto: NIFS Bild vergrößern

Mit LHD will man die Dauerbetriebsfähigkeit zeigen und sich den Zündbedingungen für ein energielieferndes Fusionsplasma bis auf einen Faktor 5 bis 10 annähern - ein Ziel, das größere Tokamaks bereits erreicht haben. Die Plasmatemperatur in LHD entspricht bereits nahezu dem Zielwert für ein Kraftwerk, allerdings bei niedriger Dichte und Wärmeisolation. Mit seinen um das Plasmagefäß geschlungenen Magnet-Wicklungen folgt LHD dem hergebrachten Bauprinzip der Stellaratoren. Im Unterschied hierzu untersuchen die Wendelstein-Experimente des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik ein entsprechend den Kraftwerkserfordernissen optimiertes Magnetfeld zum Einschließen des Brennstoffs. Es wird - ohne schraubenförmige Wicklungen - durch Einzelspulen erzeugt.

imi


 

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