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Ausgabe 04/2021
Weltklimagipfel

Schwierige Verhandlungen

„Ich weiß, dass viele von Ihnen enttäuscht sind“, sagte UN-General­sekretär António Guterres in seiner Rede zum Abschluss der COP26 in Glasgow. Auf der 26. Weltklimakonferenz – der 26. Conference of the Parties, kurz COP – trafen sich im November die 197 Vertragsparteien des Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen über Klima­änderungen, um über die Umsetzung der Klimaziele zu beraten. Das auf der Konferenz erzielte Abkommen der Vertragsstaaten sei „ein Kompromiss“, so António Guterres. Es spiegele die Interessen, Bedingungen, Widersprüche und den politischen Willen in der heutigen Welt wider.


Lufttemperatur für 2020 im Vergleich zu den Vorjahren
(Quelle: C3S/ECMWF)

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Kurz vor der Konferenz hatte die Welt­organisation für Meteorologie neue Rekordwerte für die steigende Treibhausgas-Konzentration in der Atmosphäre gemeldet: Die Menge des wichtigsten Treibhausgases – Kohlendioxid, das für etwa 80 Prozent des globalen Temperaturanstiegs verantwortlich ist – erreichte im vergangenen Jahr 149 Prozent des vorindustriellen Werts, Methan 262 und Lachgas 123 Prozent, so die Organisation. Die Konjunkturabschwächung durch Covid-19 und die dadurch zeitweise gesunkenen Emissionen wirkten sich kaum auf die atmosphärischen Werte und ihre Wachstumsraten aus.

Es sei nicht so, dass die letzte Klimakonferenz entscheidend hin zum 1,5-Grad-Ziel führen würde, meinte auch Professor Jochem Marotzke, Direktor am Max-Planck-Institut für Meteorologie, in einem Interview nach der Konferenz: „Aber es gibt einiges, was in eine gute Richtung geht“. Zum ersten Mal seien Kohle, Kohleverstromung und fossile Brennstoffe in einem UN-Dokument zum Klimawandel explizit erwähnt worden – ein Riesenfortschritt.

China und Indien hätten zwar durchgesetzt, dass es ‚Herunterfahren‘ statt ‚Beenden‘ der Kohlenutzung heißen solle; Kohleverstromung sei durch ‚Kohleverstromung ohne Abscheidung von Kohlendioxid‘ zu ersetzen. Genau besehen, mache das aber keinen großen Unterschied, so Jochem Marotzke. Zurzeit sei das Abscheiden und unterirdische Verpressen von Kohlendioxid so teuer, dass Kohlestrom damit nicht mehr konkurrenzfähig ist. „Für mich bleibt: Das Ende der Kohle ist eingeläutet“.

imi