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Ausgabe 04/2021
Fusionsforschung

Fusion auf der COP26

Der Fusionsenergie und ihrem möglichen Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels war am 12. November, dem geplanten letzten Tag der UN-Klimakonferenz in Glasgow, ein eigener Termin gewidmet. In der Blue Zone der COP26, in der die Delegationen verhandelten und mit Beobachtern in Nebenveranstaltungen zusammenkamen, diskutierte auf Einladung der britischen Gastgeber eine international besetzte Runde unter Leitung von ITER-Generaldirektor Dr. Bernard Bigot über „Looking to the Future with Fusion Energy“.


Diskussion zum Thema Fusion auf der COP26
(Foto: ITER-Organisation)

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„Kernfusion könnte eine stabile Grundlast liefern, wenn es nicht windig oder sonnig ist. Zurzeit übernehmen diese Aufgabe fossile Brennstoffe und das müssen wir beenden“, umriss Dr. Aneeqa Khan, Wissenschaftlerin an der Universität Manchester, das Ziel der Forschung. Ein Fusionskraftwerk soll, ähnlich wie die Sonne, aus der Verschmelzung von Atomkernen Energie gewinnen. Wie weit man mit dieser Herausforderung gekommen ist, umriss Professor Sibylle Günter, Direktorin des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik: Die Kenngröße, die die Annäherung an das Ziel – ein Energie lieferndes Fusionsplasma – beschreibt, habe man seit Beginn der Forschung auf das Zehn­tausendfache steigern können. Der internationale Experimentalreaktor ITER, der in Frankreich aufgebaut wird, solle nun per Fusion zehnmal mehr Energie erzeugen als das Plasma beim Aufheizen aufnimmt. Danach und parallel dazu wären weitere physikalische und techno­lo­gische Aufgaben zu lösen, zum Beispiel längere Plasma-Pulse, verbesserte Wärmeisolation des Plasmas für den ökonomischen Betrieb eines Kraftwerks oder die Entwicklungen hitzebeständiger und niedrig-aktivierbarer Materialien.

Auch mit dem Wert internationaler Zusammenarbeit sowie dem wachsenden Interesse privater Investoren an der Fusionsforschung setzte sich die Runde auseinander. Eine Aufzeichnung der Diskussion ist zu finden unter: https://youtu.be/v2WdlxZqLYM

imi