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Ausgabe 04/2007
Klimaschutz in Europa

Europa für weniger Kohlenstoff

Die energiepolitischen Ziele der EU sind ehrgeizig: Bis zum Jahr 2020 sollen erneuerbare Energien mit 20 Prozent zum europäischen Energiemix beitragen, der Ausstoß an Treibhausgasen soll um 20 Prozent, bis 2050 gar um 60 bis 80 Prozent sinken. Mit der Realisierung steht es nach Einschätzung der EU-Kommission jedoch nicht zum Besten. Das Potenzial zur Entwicklung klimafreundlicher Energietechnik – etwa bei Offshore-Windkraft, Solarenergie oder Biomasse – sei zwar groß, eine natürliche Nachfrage für diese Technologien fehle jedoch. Noch dazu sei die Forschung schlecht koordiniert und ihre finanzielle Ausstattung seit den 80er Jahren erheblich geschrumpft. Deshalb hat die EU-Kommission jetzt einen „Strategieplan für Energietechnologie“ vorgeschlagen. Das Ziel: mehr gemeinsame Planung, Aufstockung der Ressourcen und verbesserte internationale Zusammenarbeit.

Zu den zentralen Entwicklungszielen der nächsten zehn Jahre gehören nach Ansicht der EU-Kommission wettbewerbsfähige, nachhaltig produzierte Biokraftstoffe der zweiten Generation, Kohlendioxid-Abscheidung und -Speicherung bei Kohlekraftwerken, leistungsfähigere Offshore-Wind-, Fotovoltaik- und Solarthermieanlagen, ein intelligentes europäisches Elektrizitätsnetz sowie Entsorgungslösungen für den Abfall aus Kernkraftwerken. Die anspruchsvollen Ziele bis 2050 setzen bahnbrechende Neuerungen voraus, um die man sich jedoch bereits heute verstärkt bemühen müsse – unter anderem wettbewerbsfähige erneuerbare Energiequellen der nächsten Generation, kosteneffiziente Energiespeicher, markttaugliche Fahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb oder der Bau des internationalen Testreaktors ITER zur Vorbereitung eines Fusionskraftwerks.

Im kommenden Jahr will die Kommission ihre Vorstellungen zur gemeinsamen Forschungsplanung und Finanzierung genauer darlegen. 2009 soll dann ein europäischer Energie-Gipfel die Fortschritte überprüfen.

bal