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Ausgabe 02/2004
Energieversorgung

Boom in China

Die expandierende Wirtschaft Chinas macht sich weltweit bemerkbar: Seit Juli 2002 haben sich die Weltmarkt-Preise für Kohle verdoppelt. Grund ist vor allem der große chinesische Stahlbedarf.

China produziert mit voraussichtlich 260 Millionen Tonnen Rohstahl in diesem Jahr nicht nur eine neue Rekordmenge, sondern benötigt im eigenen Lande auch so viel Stahl wie nie zuvor. 2004 muss China rund 40 Millionen Tonnen Stahl importieren – fast so viel, wie ganz Deutschland im Jahr produziert. Die hohe Nachfrage Chinas bringt die internationalen Rohstoffmärkte in Aufruhr: Das Land verschlingt dort soviel an Eisenerzen, Kohle, Koks und Schrott, dass es zur Zeit im Welthandel zu Engpässen kommt. Für die kommenden Jahre, so kürzlich Prof. Dieter Ameling, Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, wird eine weitere Zunahme prognostiziert.

Von allen Industriezweigen Chinas hat sich die stromerzeugende Industrie am raschesten entwickelt. Von 1990 bis Ende 2002 stieg die installierte Leistung von 100 auf 353 Gigawatt, die Stromerzeugung erreichte 1654 Milliarden Kilowattstunden. Damit steht China weltweit auf Platz zwei.

Mehr als 70 Prozent des Stroms wird in China aus Kohle gewonnen. In keinem Land der Erde wächst der Verbrauch schneller. Und ein Ende des Booms ist nicht in Sicht: Pro Kopf der Bevölkerung gerechnet, beträgt die in China installierte Stromerzeugungs-Kapazität mit 0,23 Kilowatt heute gerade ein Sechstel jener der alten Industrieländer.

imi


 

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