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Ausgabe 03/2020
Fossile Brennstoffe

Ausschreibungen zum Kohleausstieg

Anfang September endete die erste Ausschreibung zur Reduzierung der Kohleverstromung. Das wettbewerbliche Verfahren der Bundesnetz­agentur soll Anreize bieten, „die klimaschädlichsten Stein­kohle­kraft­werke schnell vom Netz zu nehmen“, sagte Agentur-Präsident Jochen Homann.


Steinkohlekraft­werk Moorburg in Hamburg (Foto: Panthermedia, Stefan Laws)

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Ausgeschrieben waren 4000 Megawatt stillzulegender elektrischer Leistung, bei einem Höchstpreis von 165.000 Euro pro Megawatt. Die Bieter hatten anzugeben, zu welchem Preis sie bereit sind, auf die Kohleverfeuerung in ihrer Anlage zu verzichten. Zuschläge erhalten diejenigen, die den niedrigsten Preis pro vermiedener Tonne Kohlendioxid fordern. Anlagen im Süden Deutschlands konnten nicht teilnehmen. Das Verfahren steht außerdem unter Vorbehalt, denn noch fehlt die beihilferechtliche Genehmigung der Europäischen Kommission.

Zu den eingegangenen Geboten macht die Bundesnetzagentur keine Angaben, da es sich um Geschäftsgeheimnisse der Anlagenbetreiber handele. Öffentlich agierte jedoch der Energiekonzern Vattenfall: Er bot Kapazitäten des gerade fünf Jahre alten Kraftwerks Hamburg-Moorburg an, eines der modernsten Steinkohlekraftwerke Deutschlands. „Es ist eine schwere Entscheidung, weil es ein junges, hocheffizientes Kraftwerk ist“, sagte Vattenfall-Chef Magnus Hall der Süddeutschen Zeitung. „Wenn man aber andererseits Geld damit verliert, muss man etwas tun“. Umweltorganisationen hatten die Anlage stets abgelehnt; die geplante Doppelnutzung als Strom- und Wärmekraftwerk kam nicht zustande.

Ob Vattenfall bei der Auktion zum Zuge kommt, wird sich Anfang Dezember zeigen. Bis dahin hat die Bundesnetzagentur Zeit, alle Gebote zu prüfen. Die nächste Runde startet dann im Januar; insgesamt sollen die Ausschreibungen bis 2027 laufen.

imi